Geschichte

Der Ort wird als „Weres“ 947 urkundlich erwähnt; er gehörte zur Pfarrei Werlte. Eine Kapelle in Vrees wurde nach 1458 gebaut und 1526 erneuert; sie wurde 1821 durch einen Neubau ersetzt. Ab 1792 hielt ein Vikar aus Werlte an allen Sonn- und Festtagen Kapellengottesdienst. Am 1.3.1871 wurde Vrees zur Pfarrei erhoben. – Abpfarrung: 1.7.1949 Teilgebiete an die Pfarrei Rastdorf.

Der Osnabrücker Fürstbischof Franz-Wilhelm Kardinal Graf von Wartenberg hat nach dem 30jährigen Krieg mit großem Eifer die katholische Reformation betrieben. Um sie zu fördern verschenkte er an arme Kirchen liturgische Geräte, Bücher und Gewänder.

Aus dieser Zeit gibt es noch den alten Beichtstuhl (1665), der vor Ort für die Kapelle in Vrees gemacht wurde, ein Rituale (1653) und einen Messkelch mit der Inschrift: „An die Capellen zu Wreeß.“

Ab 1792 wurde in der Kapelle an jedem Sonntag Gottesdienst gehalten. Schon 1821 war die Kapelle viel zu klein. An ihrer Stelle wurde eine neue gebaut, deren Trum ein schmiedeeisernes Kreuz mit den Marterwerkzeugen zierte, hergestellt in Vrees vom Schmied Plaggenborg. Heute steht es auf dem Dachfirst über dem alten Chorraum.

Nach ungefähr 70 Jahren war die Kirche für die Gemeinde wiederum zu klein. Sie wurde abgerissen. Von den Steinen wurde die Schule gebaut, die bis heute steht.

Die neue Kirche (1893/94) wurde nach Plänen des Osnabrücker Regierungsbaumeisters A. Behnes in reinem neugotischem Stil gebaut. Einige Jahre später ließ man die Kirche bunt ausmalen im Stil jener Zeit, dem Jugendstil.

Chorgestühl, Beichtstuhl und Orgelgehäuse wurden vom Bildhauer Meemken aus Osnabrück gearbeitet. Der jetzige Hochaltar, gewidmet der hl. Familie, kam 1962 von Freren nach Vrees. Er war 1899 vom Bildhauer Meemken für die dortige Kirche gemacht.

Die Kommunionbank hat vier Reliefs mit Inhalten aus der Bibel. Sie weisen auf die Eucharistie hin, und sind in Eichenholz geschnitzt, ein Holz, das Künstler nicht sehr gerne benutzen. Wer es gearbeitet hat, ist uns unbekannt.

Wiederum ungefähr 70 Jahre später (1970) war die Kirche für die Gemeinde nochmals zu klein geworden. Doch dieses Mal hat der Baumeister und Architekt Josef Feldwisch-Drentrup aus Osnabürck die Südwand der Kirche herausgebrochen und einen parabolischen Anbau angesetzt. Wie in den Jahren üblich, wurde alles in Sichtbeton und Naturstein belassen. Das Innere der alten Kirche war schlichtweiß gestrichen. Die Kalksandsteine erinnerten aber viele Menschen an ihren Viehstall und sie hielten es für das Gotteshaus nicht für zumutbar.

1988 wurde das Gotteshaus von innen renoviert. Der Architekt Ludger Sunder-Plaßmann aus Münster hat die Umpolung der Kirchenachse zum neuen Hochaltar hin als Grundlage genommen.

Beim Abwaschen der weißen Farbe, kam die alte bunte Ausmalung wieder hervor. Alle Elemente wurden in Farbbildern dokumentiert und die wichtigeren Teile auf Schablonen kopiert. Die Kalksandsteine wurden verputzt. Beide Bauteile sollten sich zur Einheit zusammenfügen. Im gelben Grundton, mit Elementen aus der früheren Kirchenausmalung und mit optischen Mitteln hat der Architekt eine harmonische Ausgestaltung erreicht.

Alles führt jetzt zum modern konzipierten Kreuz, das scheinbar im Brennpunkt der Parabel steht. Es wurde geschaffen vom Bildhauer Hörnschemeyer aus Osnabrück. Dieses Kreuz gibt es dreimal in der Welt, in Vrees, beim Bischof von Schweden Dr. Hubertus Brandenburg und im Colegio Arnaldo in Belo Horizonte, Brasilien.

Wir sind Gott dankbar für das schöne Gotteshaus.

Verfasser: Pastor Josef Klekamp